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[Auszug aus der Festschrift zum 60-jährigen Jubiläumsfest 1995]

Eine Feuerwehr muss in Niederquembach schon im vorigen Jahrhundert bestanden haben, denn von einer alten Spritzenpumpe wird das Typenschild mit der Jahreszahl 1853 aufbewahrt. Ob es sich hierbei um eine Pflicht- oder Freiwillige Feuerwehr handelte, ist nicht mehr festzustellen. Es ist wohl anzunehmen, das es sich um einen losen Verband junger Männer handelte, die auch ohne Statuten und Satzungen im Brandfalle tatkräftig zur Hilfe schritten.

Als Freiwillige Feuerwehr Niederquembach ist unsere Wehr 1934 gegründet worden, sie wurde aber erst im Jahre 1935 aktiviert und mit Leben erfüllt.

An den Kreisfeuerwehrführer und die Kreisleitung der NSDAP wurde folgender Vorstand zwecks Überprüfung und Genehmigung gemeldet :

Ortsbrandmeister: Lauterbach Wilhelm, Maurer geb. 21.11.1894
stellv Ortsbrandmeister:Blasius Christian, Landwirt geb. 22.06.1891
Schriftführer: Zimmermann Herrman, Kaufmann geb. 10.03.1906
Kassierer: Zimmermann Herrman, Kaufmann geb. 10.03.1906
Gerätewart: Schwalbach Wilhelm, Maurer geb. 07.08.1896

Der Einsatz dieser Männer ist besonders hoch einzuschätzen, wenn man bedenkt, daß zu dieser Zeit die wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse in Deutschland nicht die allerbesten waren. Nach überstandener Inflation waren die Gemeindekassen leer und mancher Familienvater war arbeitslos. Anläßlich einer Inspektion durch den Feuerwehraufsichtsbeamten für den Regierungsbezirk Wiesbaden, stellte dieser 1935 fest:

Das Gerätehaus ist klein und undicht, vorhanden eine alte Handdruckspritze, geringer Schlauchbestand, Alarmgerät: 1 Hornsignal.
Als Mannschaftsstärken wurden gemeldet:
20 Mann Freiwillige Feuerwehr und 20 Mann Pflicht Feuerwehr

Die Pflichtfeuerwehr hatte die Aufgabe, die Freiwillige Feuerwehr zu unterstützen und für wehrdienstleistende Kamereraden einzuspringen. Trotz der mangelnden Ausrüstung unserer Wehr in dieser Zeit, muss sie doch Leistung und Einsatzwillen gezeigt haben, denn davon zeugt eine Urkunde, verbunden mit einer Belohnung von 40,- RM durch die Nassauische Brandversicherungsanstalt, wegen vorbildlicher Löschhilfe beim Brand des Hauses Baumann am 03.04.1933 in Neukirchen.
Schlimmer als jede Brandkatastrophe war jedoch der Ausbruch des 2. Weltkrieges mit seinen schrecklichen Auswirkungen. Gar mancher Feuerwehrkamerad kehrte nicht mehr heim und ruht in fremder Erde.